Klang ohne Grenzen – Ensemble „Octans“ begeistert in Ludwigshafen

Am 28. April fand in der Aula der Anna-Freud-Schule Ludwigshafen ein besonderes Konzert des Ensembles „Octans“ im Rahmen der Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz statt. Das Ensemble spielte an diesem Tag mehrfach für verschiedene Gruppen; wir erlebten die Aufführung von 12:00 bis 13:00 Uhr.

Ohne große Ankündigung begann das Konzert spontan: Ein Rhythmus auf der Percussion eröffnete die musikalische Reise – und zog sofort die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Diese direkte, lebendige Art setzte sich durch das gesamte Konzert fort.

Das Ensemble, das normalerweise aus acht Musiker -innen besteht, trat an diesem Tag in einer Besetzung von sechs Personen auf und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Musik sein kann. Mit Kanun, Bağlama, Bass, Percussion, Flöte und Bratsche entstand ein Klang, der sich keinem festen Stil zuordnen ließ. Elemente aus Jazz, Pop, Rock und traditioneller arabischer Musik verschmolzen zu einer neuen, eigenen Sprache.

Schon im ersten Stück war eine emotionale Geschichte spürbar – wie eine Erzählung über Liebe, Sehnsucht und Bewegung. Wiederkehrende Rhythmen, wechselnde Soli und der intensive Blickkontakt zwischen den Musiker -innen machten deutlich, wie wichtig Kommunikation auf der Bühne ist. „Wir suchen neue Wege und neue Klänge“, erklärte Bratschist Petar Obradović nach der ersten Komposition. Auch Flötistin Vasilina Yfanti betonte: „Jeder bringt etwas Eigenes mit – aus der eigenen Kultur, dem eigenen Stil.“

Die zweite Komposition begann mit einem eigenen Werk von Caner Korkmaz (Bağlama), gefolgt von einem traditionellen Volkslied über Freundschaft. Die Musik wirkte wie ein lebendiger Tanz – mal leise und sanft, dann wieder kraftvoll und dynamisch. Das Publikum reagierte begeistert, klatschte im Rhythmus und bewegte sich mit.

Ein besonderes Highlight war die gemeinsame Rhythmus-Übung „Elefant“, angeleitet von Percussionist Youssef Laktina. Das Publikum wurde aktiv eingebunden und entwickelte zusammen mit dem Ensemble einen eigenen Klang. So wurde Musik nicht nur gehört, sondern gemeinsam erlebt.

Im anschließenden Gespräch erklärte Bassist Jonathan Sell die Idee hinter dem Projekt: „Unser Ziel ist es, verschiedene musikalische Welten zu verbinden. Jede Person bringt ihre eigene Geschichte mit – und gemeinsam entsteht daraus etwas Neues.“

Der Name „Octans“ bezieht sich auf die Oktave mit ihren acht Tönen („Octa“) und auf „-Ktans“ als Bild für unterschiedliche Sterne – also für individuelle Persönlichkeiten, die gemeinsam ein harmonisches Ganzes bilden.

Ein besonderer Dank gilt unserer Musiklehrerin Johanna Rodegast von der Anna-Freud-Schule, die uns diesen praktischen und inspirierenden Unterricht ermöglicht hat. Solche Erfahrungen sind für angehende Erzieher -innen besonders wertvoll: Musik fördert bei Kindern nicht nur das Rhythmusgefühl, sondern auch Konzentration, Körperwahrnehmung und soziale Kompetenzen. Gemeinsames Musizieren stärkt das Miteinander, regt Kreativität an und eröffnet Zugänge zu unterschiedlichen Kulturen.

Das Ensemble „Octans“ zeigt: Musik kann verbinden, Grenzen überwinden und neue Perspektiven eröffnen – wenn man bereit ist, einander zuzuhören.

Autorin: Tetiana Telniuk, Auszubildende an der Anna-Freud-Schule Ludwigshafen (FS SO TZ 25B)
 

Nach oben

Kooperation Staatsphilharmonie

Die komplette Kooperationsvereinbarung können Sie durch anklicken als PDF herunterladen.