Abiball 2018 im Julius-Hetterich-Saal

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Mit Leistungskursen in Sport zukünftig zum Abitur - Anna-Freud-Schule erhält neue Möglichkeiten

Eine Vertreterin des Bildungsministeriums informierte am 29.05.2018 die Schulleiter der BBS’en mit einem Beruflichen Gymnasium für Gesundheit und Soziales in Rheinhessen-Pfalz, dass zukünftig die angehenden Abiturienten dieses Bildungsganges neue Möglichkeiten bei der Leistungskurswahl erhalten sollen.

Damit feiert das Berufliche Gymnasium für Gesundheit und Soziales an der Anna-Freud-Schule in Ludwigshafen mit einem Festakt am 25.09.2018 nicht nur sein zehnjähriges Bestehen, dieser Bildungsgang erhält durch diese bildungspolitische Entscheidung des Landes auch die Möglichkeit, den Schüler/innen zukünftig Leistungskurse in Sport anzubieten. Die bildungspolitische Entscheidung, das Kurssystem in diesem Bildungsgang in Richtung Sport zu erweitern, basiert auf dem deutlichen Berufsbezug dieses Faches in dem Spartengymnasium mit dem Nukleus auf Gesundheit. So erhalten die Schüler/innen, die diesen Leistungskurs an der Anna-Freud-Schule wählen wollen, bereits in der Klassenstufe 11 insgesamt vier Sportstunden. In der Qualifizierungsphase in der Klassenstufe 12 und 13 belegen dann die Schüler den Leistungskurs im Fach Sport mit sieben Wochenstunden. Mit dieser zusätzlichen Leistungskurswahlmöglichkeit erhalten die Gymnasiasten an der Anna-Freud-Schule eine zusätzliche fachliche Option, bei der sie die Themen aus den Leistungsfächern Gesundheit, Psychologie, Biologie und Pädagogik mit den Themen aus den Sportwissenschaften nachhaltig verknüpfen können.

Auf der Basis dieser bildungspolitischen Entscheidung des Bildungsministeriums in Mainz sieht die Schulleitung den Schulträger, die Stadt Ludwigshafen, nun noch stärker in der Pflicht, die Schüler/innen der Anna-Freud-Schule mit anderen vergleichbaren Schulen in Stadtgebiet ausstattungsmäßig gleich zu stellen. Durch eine schuleigene Turnhalle muss die Schule in die Lage versetzt werden, diese von der Schulleitung als sehr positiv bewertete Entscheidung des Ministeriums für Bildung in Mainz entsprechend umzusetzen. Bisher hat der Schulträger der Anna-Freud-Schule eine eigene Sporthalle verweigert und damit die Bildungspotentiale der Anna-Freud-Schüler/innen im Vergleich zu anderen Schulen dramatisch eingeschränkt. Zudem lehnten es aufgrund der nicht gegebenen Sportstättenausstattung an der Anna-Freud-Schule in den letzten Jahren immer wieder Lehrkräfte ab, ein Stellenangebot für die Anna-Freud-Schule anzunehmen. Die Schulleitung hofft nun, dass mit dieser bildungspolitischen Entscheidung, an den Beruflichen Gymnasien für Gesundheit und Soziales auch Leistungskurse im Fach Sport zuzulassen, endlich der Schulträger ein Herz für seine Anna-Freud-Schule entwickelt und die Sporthallenfrage an dieser Schule endlich mit hoher Priorität zum Nutzen der Schüler/innen und der Lehrkräfte angeht und löst.

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Robotik im Beruflichen Gymnasium und in der Erzieherausbildung an der Anna-Freud Schule

Robotik ist eine Domäne der Informatik, die man eher dem gewerblich-technischen Berufszweigen zuordnen würde. Nicht so an der Anna-Freud Schule, die Berufsbildende Schule mit dem Profil Sozialwesen, Gesundheit und Hauswirtschaft konnte dank einer Spende der BASF den Bereich Informatik und EDV um das Fachgebiet der Robotik erweitern. Doch was macht man mit Robotik an einem Beruflichen Gymnasium mit Schwerpunkt Gesundheit und Sozialpädagogik und was hat Robotik mit der Erzieherausbildung zu tun? Viel mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Zunächst zum Beruflichen Gymnasium der Anna-Freud Schule: Dort gehört das Fach Informationsverarbeitung zum originären Fächerkanon, wie an allen anderen Oberstufen von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Das Programmieren ist ein Schwerpunkt in der Jahrgangsstufe 11 und 12 und bietet auch für die Jahrgangsstufe 13 viele Projektmöglichkeiten. Programmieren wird heutzutage als Schlüsselkompetenz für viele akademische Berufe gesehen. War früher das Programmieren einigen wenigen Informatikspezialisten vorbehalten, so sind heute Programmierkenntnisse in vielen Berufen gefragt, auch der Sozialwissenschaftler oder Psychologe benötigt z.B. für empirische Studien oder Testverfahren Programmierkenntnisse und muss Auswertealgorithmen in Statistikprogrammen entwerfen oder zumindest verstehen können. Zudem schult das Programmieren das abstrakte und logische Denken und vermittelt in einer Zeit, in der die Digitalisierung zum wesentlichen Wachstumsfaktor einer Volkswirtschaft geworden ist, ein gutes Verständnis wie Algorithmen und IT-Strukturen funktionieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte auf der Französisch-Deutschen Digitalkonferenz nicht umsonst, dass Programmieren neben Lesen, Schreiben und Rechnen zur wichtigen Basisfähigkeit von jungen Menschen werden muss (vgl. bildung&science, „Eine Frage der Denke“, S. 26). Robotik bietet hier den Vorteil, dass Programmierung erlebbar wird und sich in Form von Aktionen in die analoge Welt übertragen lässt. StD Clemens Kaesler hat aus diesem Grund das Robotik Set Lego Mindstorms EV3 eingeführt. Mit Hilfe einer Kombination von Mini-Computer, Elektromotoren und mechanischen Bauteile (Zahnräder, Kolben etc.), werden mit Programmierung Handlungen in der realen Welt abgebildet. Ein sehr gutes Beispiel ist die gleichmäßige Beschleunigung aus der Physik: in der analogen Welt nimmt ein Körper bei der Beschleunigung konstant an Fahrt auf. In der Robotik können wir uns über diskrete Daten der stetigen Beschleunigung nur annähern. In physikalischen Versuchen der Mechanik testen die Schüler mit ihrer Programmierung dann, wie die Zeiteinheiten und Motorleistungen fein abgestimmt werden müssen, damit für den Betrachter in der analogen Welt eine gleichmäßige Beschleunigung erscheint. Robotik eignet sich aber nicht nur dazu die Programmierung anschaulicher und erfahrbarer zu machen, es hat auch im Bereich Gesundheit/Sozialwesen direkten Praxisbezug. Bedingt durch den Pflegenotstand sowie technologischen Fortschritt, sind gerade im Pflegebereich Roboter auf dem Vormarsch. Sie übernehmen zunehmend Hilfstätigkeiten des Pflegepersonals, z.B. Essensausgabe, Hebearbeiten usw. und entlasten das Personal um Routineaufgaben. Dabei muss man sich Roboter nicht als humanoide, metallische Gestalten vorstellen. Die Robotikforschung zeigt, dass je menschenähnlicher eine Maschine wird, umso mehr sie auf Ablehnung bei den Menschen stößt. Vielmehr handelt es sich bei den eingesetzten Robotern um „intelligente“ Maschinen, die mittels Hebearme, Greifvorrichtungen usw. physikalische Arbeiten in der analogen Welt verrichten. Im Unterschied zu „normalen“ Maschinen können sie dank Programmierung komplexe Arbeitsvorgänge verrichten und sind polyvalent einsetzbar mittels Neuprogrammierungen.

Nun zum Erzieherbereich: Dort gibt es keinen originären Lehrplanbezug, jedoch hat StD Clemens Kaesler im Jahre 2013-2014 das Fach „Digitale Komptenzen für Erzieherinnen und Erzieher“ als Wahlpflichtfach (LM14) eingeführt. Dort werden die Schüler mit allen relevanten Softwareanwendungen für die Kita-Arbeit sowie für Medienprojekte vertraut gemacht. Robotik ist hier ein junger Zweig, der den Anforderungen an moderne kindliche Bildung nach MINT-Kompetenzen gerecht werden soll. Schon lange fordern Industrie und Wirtschaft, dass der Technologie-Standort Deutschland die jungen Menschen für Technik und Innovation begeistern muss, um seine eigene Innovationskraft zu erhalten. Kinder die früh mit neuen Medien und neuer Technik in Berührung kommen, entwickeln spielerisch technische Kompetenzen, die ihnen später völlig neue Perspektiven eröffnen können. Die angeschafften Roboter-Sets eigenen sich auch hier sehr gut, um Technik-Begeisterung auszulösen. Die Lego-Mindstorms Sets lassen sich äußerst kreativ als Roboter verbauen, die Software kann einfach gehalten werden, um Effekte vom Zusammenspiel von Informatik, Elektrotechnik und Mechanik zu erfahren. Die Erzieher lernen die Basis-Sets der Robotik kennen und können hierzu später eigene Projekte für den Jugend- und Hortbereich entwickeln.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Spende der BASF an der Anna-Freud-Schule einen wesentlichen Beitrag zur Unterrichtsentwicklung beigetragen haben und sie bereits rege im Unterricht verwendet werden. StD Clemens Kaesler bietet auf seiner Homepage (www.powerlerner.de) ein Unterrichtsskript zur Robotik an, das interessierte Kollegen auch gerne nutzen dürfen. Der Robotikbereich bietet an der Schule noch viel Potenzial, z.B. in Form einer Robotik AG, Teilnahme an Roboter-Wettbewerben, schulinterne Kreativwettbewerbe oder auch die Kombination mit Gamification, so dass hier noch spannende Schülerprojekte zu erwarten sind.

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